STRATEGIE RESSOURCE

PERSPEKTIVENTWICKLUNG THURN-GELÄNDE NEUNKIRCHEN-SEELSCHEID

Die Gemeinde Neunkirchen Seelscheid steht vor der Herausforderung eine zukunftsfähige Strategie für eine Profilentwicklung des Standorts des ehemaligen Thurn-Geländes zu erarbeiten. Ziel ist es dabei für das bestehende Areal mit seinem umliegenden Flächen ein zukunftsfähiges Konzept zu erarbeiten, welches im Sinne der nachhaltigen Entwicklung des Gewerbestandortes steht. Durch die Ansiedlung neuer Unternehmen und/oder Forschungseinrichtungen am Standort entsteht eine außerordentliche Wirkung für die Region. Dabei steht vor allem die wirtschaftliche Multiplikatorwirkung im Vordergrund, beispielsweise die Schaffung neuer hochwertiger Arbeitsplätze, die Entfaltung von positiven Multiplikator- und Synergieeffekten entlang von Wertschöpfungsketten, Schaffung neuer Einnahmen für die Gemeinde über Steuerzahlungen sowie die Etablierung einer neuen Standortmarke. In einem ersten Schritt wird dabei eine Analyse des regionalen Business-Ökosystems erstellt. Ein Business-Ökosystem bezeichnet die räumliche Clusterung von miteinander verknüpften Unternehmen sowie Forschungseinrichtungen und Wirtschaftsförderungen, deren Ziel es ist gemeinsam Wettbewerbsvorteile zu erzielen. Die Profilierung des Thurn-Geländes ergibt sich vor diesem Hintergrund aus den „Zukunftslücken“ des regionalen Business Ökosystems und knüpft an vorhandene Potenziale der Region an. Weiter konkretisiert sich das Profil aus den Besonderheiten des Standortes und der Potenziale am Standort selbst. Es ist Aufgabe ein passgenaues Standortprofil zu erarbeiten, welches die Alleinstellungsmerkmale definiert und hieraus potenzielle Investoren und Projektpartner findet. Das Inhaltliche Profil soll sich anschließend auch in seiner baulichen Konkretisierung widerspiegeln. Vor diesem Hintergrund wurden nun erste städtebauliche Skizzen beziehungsweise Szenarien zur Visualisierung der Profilaussagen, Planungsziele und -qualitäten in eine Dialogverfahren mit Verwaltung, Politik und Bürgerschaft entwickelt und gemeinsam diskutiert. Dazu fanden bereits Werkstätten mit der Bürgerschaft sowie mit der Verwaltung statt. Das ehemalige Thurngelände zeichnet sich dabei durch die besondere Lage direkt am Ortseingang von Neunkirchen-Seelscheid sowie die besondere topografische Lage aus. Das Areal liegt auf einem eingegrünten Plateau mit abfallenden Hängen in Richtung Süden und Südosten. Durch die bestehenden Grünstrukturen und Baumreihen entsteht ein etwas „versteckter Charakter“ des Standortes. Besonders prägend sind die Bestandsbauten wie das Turmgebäude und die große Sheddach-Halle. Idee zur thematischen Ausrichtung beziehungsweise der inhaltlichen Profilierung ist zum einen das Gelände zu einem Standort für kreislauforientierte Produktherstellung und die Nutzung nachwachsender Rohstoffe, beispielsweise zirkuläre Kunststoffe zu entwickeln. Zum anderen könnte das Gelände auch Vorreiter für innovative Arbeitsweisen und „Industrie 4.0“ werden. Vorstellbar ist zudem die Etablierung eines Hochschulstandortes auf dem Areal. Aus den beschriebenen Besonderheiten und dem inhaltlichen Profil ergeben sich allgemeine Räumliche Anforderungen. In den Werkstattgesprächen wurde deutlich, dass die kennzeichnenden Bauten mit ihren architektonischen Alleinstellungsmerkmalen (zumindest in Teilen) seitens der Teilnehmer*innen als erhaltenswert erachtet werden und deshalb intensiv mit in die neuen Entwicklungen miteinbezogen werden sollen. Für die notwendigen Neubauten sollte eine nachhaltige Bauweise praktiziert werden. Baulich ist zudem die topografische Lage bei der Geschossigkeit zu beachten. Darüber hinaus erfordert die ortsnahe Lage des Geländes kluge Lösungen für die zu erwartende Verkehrssituation und generell ein passendes Zusammenspiel mit der Umgebung. Je nach Varianten und Investorensituation kommen zu diesen allgemeinen räumlichen Anforderungen noch weitere, speziellere.

PERSPEKTIVENTWICKLUNG THURN-GELÄNDE NEUNKIRCHEN-SEELSCHEID

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